Tagesretreat
Yoga Praxis und Philosophie (Yama, Niyama und warum vegan?) – „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“
10:30 Uhr – Begrüßung, Ablauf, kurze Einführung
Āsana Praxis im Mysore Stil oder geführte Klasse (orientiert an den Teilnehmenden)
12:30 Uhr – Mittagspause, kleine Snacks und Getränke sind vor Ort
13:00 Uhr – Chanting: Yoga Sūtra von Patañjali Kapitel II.30 bis II.45 mit @tizian_lietz
Philosophie – Yamas
Kurze Pause
Philosophie – Niyamas
Kurze Pause
16:30 Uhr – Lokah Samastah Sukhino Bhavantu
Yin Yoga und Meditation
18:00 Uhr – Ende
"Lokah Samastah Sukhino Bhavantu." - Mögen alle Lebewesen frei und glücklich sein und möge ich mit meinen Gedanken, Worten und Handlungen auf bestmögliche Weise dazu beitragen!
Gemeinsam tauchen wir einen Tag lang in die Praxis und Philosophie des Yoga ein und widmen uns der Frage, wie die yogischen Werte im Alltag gelebt werden können – und welche Verbindung sie zu einem veganen Lebensstil haben. Begleitet von dem Leitgedanken „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“ erkunden wir die ethischen Grundlagen des Yoga.
Der Tag beginnt mit einer Yogapraxis, die sich an den Bedürfnissen der Teilnehmenden orientiert und entweder im Mysore-Stil oder als geführte Klasse stattfindet. Nach einer gemeinsamen Mittagspause mit kleinen Snacks und Getränken vor Ort widmen wir uns dem Yoga Sūtra des Patañjali. Gemeinsam mit Tizian chanten wir die Verse II.30 bis II.45 und beschäftigen uns anschließend mit den Yamas und Niyamas – den ethischen und persönlichen Richtlinien des Yoga.
Zum Abschluss lassen wir den Tag ruhiger ausklingen. Inspiriert von „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“ erwartet dich eine sanfte Yin-Yoga-Praxis mit Meditation, die Raum für Reflexion, Integration und innere Ruhe schafft.
Mögen alle Wesen der Welt glücklich sein!
Mögen alle Wesen in allen Welten Glück und Harmonie erfahren!
Warum vegan?
Der achtgliedrige Pfad des Yoga beginnt mit den Verhaltensregeln gegenüber der Mitwelt (5 Yamas, das erste Glied) und dem Umgang mit der eigenen Person (5 Niyamas, das zweite Glied). Yama heißt übersetzt auch Enthaltung und Selbstkontrolle, Niyama sind Einschränkungen. Hier findest du einige Beispiele, wie dieser Verhaltenskodex unweigerlich mit dem Veganismus verknüpft ist.
Das erste Yama „Ahimsā“ steht allem voran:
Nicht-Verletzen und Gewaltlosigkeit beziehen sich einerseits darauf keinem Wesen zu schaden, auch nicht sich selbst. Das Recht auf Unversehrtheit. Anderseits geht es darum, dass DU dich aktiv für den Schutz von hilflosen Wesen einsetzt und dich für sie stark machst. Mit allen Wesen soll so liebevoll, rücksichtsvoll und friedlich umgegangen werden, wie es möglich ist. Tiere fühlen genau so wie du, aber sie sprechen nicht deine Sprache und können sich nicht für sich selbst einsetzen. Gib ihnen deine Stimme für ihr Recht auf Unversehrtheit. Sei vegan.
Das dritte Yama „Asteya“ bedeutet „Nicht-Stehlen“ und wird oft auf Materielles reduziert, dabei hat es so viele Ebenen. Asteya bedeutet Schutz dessen, was anderen gehört. Zum einen geht es darum keine Dinge zu nehmen, die einem nicht zustehen. Asteya bezieht sich aber auch auf Ressourcen und Zeit – Zeit ist kostbar. Ebenso auf nicht Greifbares wie z.B. Aufmerksamkeit, Energie oder Ideen von anderen, an denen wir uns bereichern.
Doch es dreht sich nicht alles um den Menschen. Stiehl nichts von Tieren und der Natur. Nimm nur, was du unbedingt brauchst. Nimm Tieren nicht ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Milch, ihre Eier, ihre Haut, ihren Körper! Sie sind nicht für uns bestimmt, weder für unseren Konsum noch für unsere Unterhaltung. Durch eine vegane Lebensweise üben wir Asteya, weil wir bewusst darauf verzichten, Tieren etwas wegzunehmen. Asteya schützt ihre Rechte und Freiheiten.
Beim zweiten und dritten Niyama „Santosha“ und „Tapas“ geht es darum, aktiv zu werden und sich an positiven Veränderungen zu beteiligen.
Santosha bedeutet Zufriedenheit, z.B. Dankbarkeit für die pflanzliche Fülle und Zufriedenheit ohne tierische Produkte. Alles so anzunehmen wie es ist, kann befreiend sein. Die Anspruchslosigkeit von der im Zusammenhang mit Santosha gesprochen wird, soll jedoch nicht zu Untätigkeit aufrufen. Vielmehr ist gemeint, dass man nicht unablässig nach neuen Wünschen streben sollte. Es ist gut ein Ziel zu verfolgen, aktiv an positiven Veränderungen mitzuwirken und Tieren wie auch Menschen zu helfen. Der Blickwinkel sollte dabei aber nicht sein, dass noch etwas fehlt, es etwas auszusetzen gibt und Zufriedenheit erst entstehen kann, wenn etwas verändert wird.
Tapas fordert danach ganz deutlich auf die Komfortzone zu verlassen, (schlechte) Angewohnheiten abzulegen und Veränderungen herbeizuführen. Loslassen zu üben und Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen befreit mich von Ver- bzw. Anhaftungen.

